Gletschertour zur „Hohen Fürlegg“ 2013

Kletter- und Bergsteigerabteilung DAV Röthenbach

Gletschertour zur „Hohen Fürlegg“ 2013

Nachdem die Gletschertour für Einsteiger dreimal in Folge witterungsbedingt abgesagt werden musste, passte in diesem Jahr das Wetter wunderbar. Allerdings war die Felbertauernstraße am 19.Juli noch immer gesperrt, so dass sich unser Tourführer Jürgen Zenger spontan dazu entschloss, statt der „Kristallwand“, wie ursprünglich geplant, die „Hohe Fürlegg“ in der Venedigergruppe als Gipfelziel zu nehmen.

Am Freitag früh um 7 Uhr starteten in Röthenbach acht gutgelaunte DAVler und fuhren über Mittersill und Bramberg nach Habach zum Parkplatz unterhalb der Habachklause. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir durch das mineral- und blütenreiche Habachtal zum Gasthof Alpenrose, wo wir eine kurze Trinkpause einlegten.

Vorbei an vielen Wasserfällen ging es dann auf dem abwechslungsreichen Noitroi-Steig steiler bergauf. Werner überraschte uns immer wieder mit seiner Pflanzenkenntnis und dank ihm wissen wir nun, wie die Schopf-Teufelskralle und einige andere Blumen aussehen. Obwohl es ab und zu tröpfelte und am Schluss auch donnerte erreichten wir nach 4 ½- stündiger Gehzeit und nach knapp 1400 Hm trockenen Fußes die Neue Thüringer Hütte. Sie liegt auf 2240 m und wird von 3 Frauen bewirtschaftet, die sich hervorragend um uns kümmerten. Den ersten Hüttenabend ließen wir als einzige Gäste bei leckerem Essen und Trinken und nach Probieren und Erklären der Ausrüstung für uns Anfänger gemütlich ausklingen, schließlich schellte am nächsten Morgen um 4 Uhr der Wecker!

Pünktlich um 5 Uhr ging es dann nach einer ruhigen Nacht im Zimmerlager los. Nach einer 1 ½-stündigen Laufzeit erreichten wir den Gletscher, zogen Hüftgurte und Steigeisen an und bildeten 2 Seilschaften mit jeweils 2 Anfängern in der Mitte. Jürgen schritt zügig voran. Da es warm werden sollte wollten wir möglichst rasch das steinschlaggefährdete Schwarzwassergebiet hinter uns lassen. Der Aufstieg war anstrengend und schweißtreibend, aber mit aufmunternden Ausrufen wie „Is des net schee?“ von Günter erreichten wir bereits um 9 Uhr unseren ersten Gipfel, den „Plattigen Habach“ auf 3214 m. Wir gönnten uns nur eine kurze Rast, dann stapften wir durch ziemlich weichen Schnee weiter. Gerade wir Anfänger sanken immer wieder tief ein, aber die Wanderung am Grat entlang war sehr beeindruckend. Um 10:30 Uhr hieß es dann „Berg heil!“ neben dem Gipfelkreuz auf der „Hohen Fürlegg“ (3244m). Die Aussicht zum Großvenediger und die anderen umliegenden Berge war traumhaft und wir konnten sogar den Großglockner sehen. Schließlich begann der mühevolle Abstieg durch das Habachkees. Steilere, schnelle Passagen, die wir fast hinunter surften, wechselten sich mit flacheren Stücken ab. Jürgen führte die Spur sehr sicher und wir kamen flott voran. Bereits um 14 Uhr erreichten wir wieder den Ausstieg aus dem Gletscher ohne eine andere Seilschaft getroffen zu haben. Hier genossen wir lange die Sonne und ruhten uns nach der Anstrengung aus. Nachdem Burckhard endlich seinen Druck im Darm abbauen konnte – er legte hierfür bei der Suche nach einem geeigneten Platz noch einige zusätzliche Höhenmeter zurück - hörte man auch von ihm wieder etwas, bis jetzt war er den ganzen Tag sehr ruhig gewesen . Zur Hütte zurückgekehrt feierten wir erst einmal mit einem verdienten Gipfelschnaps unsere Tour auf der Terrasse. Den Abend verbrachten wir mit viel Gelächter und in gelöster Stimmung, Burckhard und Werner brachten abwechselnd eine Geschichte und einen Witz nach dem anderen zum Besten und natürlich liefen auch Günter und Jürgen mit Klettererstories zu Höchstform auf. Wir Anfänger - Marion, Harry, Reinhard und ich - fühlten uns total wohl!

Am Sonntag früh schließlich stiegen wir wieder durchs Habachtal ab, wo ein paar ihre Schatzsucherinstinkte spielen ließen, schließlich ist das Tal für seine Smaragdvorkommen bekannt. Jürgen beendete unsere überaus gelungene Hochtour offiziell am Parkplatz. Marion hat trotz einiger Blasen vorne und hinten an beiden Füßen bewiesen, dass sie kein Weichei ist, ohne Jammern hat sie die Tour mitgemacht. Gemeinsam stärkten wir uns noch in Brambach mit Kaiserschmarrn – nur Werner brauchte den 3. Tag hintereinander seine Spagetti Bolognese – und fuhren dann wehmütig, aber voller schöner Eindrücke zurück nach Röthenbach, wo wir um 16:30 Uhr ankamen.

 

Lieber Jürgen, herzlichen Dank für die kompetente und sichere Führung, es war eine tolle Tour, die nicht besser hätte verlaufen können. Wir freuen uns alle schon auf den gemeinsamen Fotoabend im Spätherbst und sind gespannt, ob Günter im Habachtal wirklich Smaragde gefunden hat!

 

Gabi Braunersreuther