Kristallwand vom 17. - 19.07.2015

Kletter- und Bergsteigerabteilung DAV Röthenbach

 

 

HOCHTOUR VOM 17. – 19. JULI 2015

ZUR „KRISTALLWAND“

 

 

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Gletschertour auf die Kristallwand (3.329m) vom 17. – 19. Juli 2015

Nachdem diese Tour vergangenes Jahr leider buchstäblich ins Wasser fiel, war es heuer endlich soweit: Bei „milden Frühlingstemperaturen“ von 34 Grad im Schatten machte sich am Freitagmittag vom Parkplatz Gruben aus ein verwegener Haufen von 9 Bergsteigerinnen und Bergsteigern mit ihrem Guide Jürgen auf ins ewige Eis, darunter auch einige Gletscher – Aspiranten, die den Altersdurchschnitt glücklicherweise gut drückten. Nachdem wir bereits auf dem ersten Kilometer wegen eines Notrufs aus der Heimat auf sieben geschrumpft waren, spornte uns Jürgen auf den nun folgenden 11 Kilometern und 1.400 Höhenmetern zur Badener Hütte immer wieder fröhlich an: „Des is scho extrem heut“ und „Heute ist die schwierigste Etappe“ geben eine Kostprobe von seinen Motivationskünsten! Einem nahenden Gewitter glücklich davongelaufen (bei manchen mit Turbo in den Füßen) erreichten wir schließlich nach 4,5 Stunden unser Tagesziel (2.600m NN) und konnten uns bei dem nun einsetzenden Sauwetter kaum vorstellen, dass sich dies für den nächsten Tag ändern würde. Doch wir sollten uns täuschen und so brachen wir am folgenden Tag um Punkt 6.00 Uhr bei strahlendblauem, klaren Himmel Richtung Kristallwand auf. Idealbedingungen, die den ganzen Tag über bestehen bleiben sollten. Am Gletscherrand angekommen eine fundierte Einweisung von Jürgen … und kleinere Verletzungen mit den Steigeisen. Bereits nach wenigen 100 Metern dann ein ungeplanter Ausflug vom Anfängerkurs in die hohe Kunst der fortgeschrittenen Gletscherbegehung: Eine „alternative“ Routenwahl bescherte uns hier eine aufregende Querung zwischen Gletscherspalten im 30 – Grad Blankeis. Auch wenn Jürgen uns – wie auf der gesamten Tour – auch hier mit viel Erfahrung hervorragend hindurchgeführt hat, so war doch auch manche(r) sicher heimlich froh, wieder festen Fels unter den Füßen zu haben. So konnten wir nach anregender Kraxelei und ca. 4,5 Stunden Aufstieg am Gipfel ein wunderbares Panorama und diverse kulinarische Brotzeitspezialitäten genießen. Nun folgte der Weiterweg über ein wunderschönes, ausgedehntes Gletscherfirnfeld, auf dem die Sonne einem unserer Bergkameraden wegen mangelnder Sonnencreme eine vornehme Röte in Gesicht und Nacken zauberte. Abstieg und nochmals ungeplant bergauf (Zitat Jürgen nach Blick aufs GPS: „Sch… wir hätten da(!) rauf müssen!“ ) und schließlich über einen imposanten Firnhang vorbei an herrlichen Eisformationen wieder zurück zur Hütte. Nach 8,5 Stunden auf den Beinen flossen dort Bier, Gipfelschnaps und Duschwasser und selbst ein heimlich mitlauschender Schwabe konnte unserer guten Stimmung keinen Abbruch tun – im Gegenteil! An diesem Abend hatte der Hüttenwirt in der Küche viel Arbeit mit uns. Wir entzückten uns am freundlichen „Joa“ der Bedienung und erfuhren auch ganz nebenbei, dass unsere zwei Bergdamen eine Lumix zuhause haben… Am nächsten Morgen dann wieder Kaiserwetter. Die von unserem Guide vorgeschlagene längere Abstiegsvariante wollte dann doch keiner haben, so dass wir nach 3,5 Stunden Abstieg vorbei an den Zedlacher Almen wieder K.O. aber sehr glücklich an den Autos ankommen. Ein gemeinsames leckeres Mittagessen bildet den Abschluss. Fazit: Ein herrliches Bergerlebnis, bestens organisiert und geführt (Danke Jürgen!) und auch für die Neulinge sicher nicht die letzte Tour aufs ewige Eis. Motto: Besuchen wir die Gletscher, so lange es sie noch gibt!

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